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32. Tag … Märchenhaftes Khiva

Heute ist motorradfreier Tag. Er gehört allein der märchenhaften Oasenstadt, die wir zu Fuß erkunden, nachdem ich mich für ein Foto erst noch vor meinem Motorrad postieren sollte …

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Aziz zeigt uns die fünf „M“, also Moscheen, Medresen, Minarette, Mauern und Museen …

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Aziz liest uns aus alten Quellen vor. Choresmien war in der späten Antike ein Zentrum arabischer Gelehrsamkeit. Von hier stammt der große Mathematiker Al Djabr al Khwarismi, aus dessen Namen wir heute die Begriffe Algebra und Algorithmus entlehnen …

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Im Museum entdecken wir das orientalische Gegenstück zu Raffaels „Schule von Athen“: … die „Schule von Khiva“ …

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Rahi identifiziert sich inzwischen mit dem letzten Emir von Khiva …

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Ein abendliches Ständchen der Folkloregruppe beschließt unseren Aufenthalt.

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31. Tag … Ins Land der Kuschanen

Heute hatten wir einen ruhigen Tag. Erst um 9:45 h zu Fuß ins weltberühmte Museum der unter Stalin verbotenen und seinerzeit in Nuqus versteckten sowjetischen, avantgardistischen Malerei. Dort sind auch die Funde aus dem Palast der Königsstadt Tuproq Qala (Reich Kuschana, heute Ruinenfeld) ausgestellt …

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Um 12:00 Uhr Abfahrt nach Tuproq Qala. 38 Grad, blauer Himmel …

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Die gefundenen Fresken im Palast (runde Felder in der Mitte der Abbildung) sind leider in der Eremitage von St. Petersburg. Noch sind nur drei  Motorräder von uns vor Ort. Detlef und Paul haben statt des Museums eine Spritztour offroad durch die Steppen in der Umgebung gemacht und stoßen gleich noch zu uns. Mittagspause in einer Jurte …

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… oder besser gesagt:  Mittagsschläfchen danach mit vollen Mägen in der Mittagshitze …

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So viel Zeit muss sein. Dann Weiterfahrt nach Khiva. Die Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe. Nach unserer Ankunft im Hotel erste Spaziergänge durch den orientalischen Stadtkern …

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Unser Reiseleiter Aziz macht uns eine usbekische Wollmütze schmackhaft, die überall zum Kauf angeboten werden …

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Im malerischen Khiva sind wir zwei Nächte.

30. Tag … Zum Aralsee

… oder besser gesagt, wo einmal der Aralsee war. Der Schiffsfriedhof von verrosteten Fischerbooten zeugt von der weltbekannten ökologischen Katastrophe.

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Mittagspause auf dem Rückweg. Detlef frägt sich durch, ob die Furt durch den Amudarja nahe seiner Versickerung offroad passierbar ist …

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Doch er hat heuer Hochwasser …

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Die Landschaft Choresmien am Unterlauf des Amur Darya, der in den Aralsee mündet, wird auch als Land der 1000 „Burgen“ bezeichnet. Viele dieser vergangenen Städte erheben sich als sog. „Tells“ aus der Ebene. Ein heute namenloser Stadthügel bei Khojayli ist mit malerischen Gräbern übersät …

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Eines der Mausoleen ist bekannt geworden als das Grab der usbekischen „Romeo und Julia“, denen die Eltern die Heirat verwehrten, so dass sie gemeinsam in den Tod sprangen. Es wurde noch zu Sowietzeiten vorzüglich renoviert …

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Von der seldschukischen Stadt selbst steht nur noch die Ruine der Madrasa, der muslimischen Hochschule. Um die Mauerreste errichten usbekische Besucher zum Andenken Steintürmchen …

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Es tröstet, dass an einem Platz ehemaliger Gelehrsamkeit späte Verehrer noch der alten Zeiten gedenken. Abendessen heute in einem malerischen Innenhof …

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29. Tag … Gurgandj

Heute ist unser letzter Tag in Turkmenistan. Bevor wir uns zur Grenze nach Usbekistan aufmachen, führt uns Maja noch zu den Ruinen von Gurgandj, einer versunkenen Stadt an der Nordroute der Seidenstraße von der Ostsee über Moskau zum Aralsee.

Der Ort war im 10. Jh. n. Chr. ein Zentrum arabischer Gelehrsamkeit (Ibn Sina,  Al Biruni), die verbliebenen Reste des Weltkulturerbes der UNESCO stammen aber frühestens aus seldschukischer Zeit, darunter das höchste Minarett Zentralasiens …

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Die Ausreise nach Usbekistan schließlich hat sehr an unserer Geduld genagt. Wir waren um 12:30 h da, aber erst um 17:30 h fertig. Der Weg ins Hotel in Nukus war nur kurz. Unser neuer Reiseleiter Aziz und sein Fahrer haben uns herzlich empfangen.

28. Tag … Wüste Karakum

Übernachtung am Eingang zur Hölle, dem Gaskrater von Darvaza. Sonnenaufgang um 6:00 Uhr …

20170525_055431Maia macht für uns schon mal Frühstück in der Jurte …

20170525_063351Dann erwarten uns wieder endlose Geraden und schlechte Strassen …

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Ankunft im abendlichen Hotel. Unsere letzte Übernachtung in Turkmenistan …

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Der turkmenische Fahrer von Maia und Gerwin finden eine Werkstatt, welche die ausgeschlagene Stahlfelge von Gerwins GS wieder so schön in Form bringt, als wäre nie etwas gewesen. Klaus aber wartet immer noch traurig auf Nachrichten vom ADAC, wann und ob dieser ihm überhaupt eine neue Felge nach Zentralasien senden kann und wird. Paul und ich haben im Hotelzimmer nach zwei Tagen staubiger Wüsten Waschtag …

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27. Tag … Eingang zur Hölle

Heute Abfahrt erst um 15 Uhr. Klaus, Gerwin, Gabi und Jürgen mieten sich einen Pickup und fahren zu einem Gestüt. Detlef und Paul gehen auf Fototour durch Ashgabad, wo sie überall vertrieben werden … „No foto“, „No entry“ …

Dann geht es los, ab in die Wüste Karakum zum Eingang der Hölle mit seinen Nebenkratern. Gerwin verfolgt das Pech. Ein tiefes Schlagloch deformiert die Felge seines Vorderrades. Der Reifen verliert ständig Luft, im Sprinter ist aber für ein zweites Pannenmotorrad noch kein Platz. Klaus wartet ja noch immer auf seine neue Felge … Rahi spendet Luft. Detlef hilft dabei …

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Dann tauchen die ersten Krater auf, zuerst ein mit Wasser gefüllter …

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Dann der erste Gaskrater, ein kleiner Vorgeschmack nur …

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Doch dann verschlägt es uns am Hauptkrater Sprache und Atem. Heißer Glutwind steigt aus der Hölle empor …

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20170524_202817Heute übernachten wir in der Wüste in Jurten und Zelten …

26. Tag … Königsstadt Nisa

Die alten Parther stellten in Persien die Dynastie zwischen dem altpersischen Reich der Achämeniden und dem mittelpersischen Reich der Sassaniden. Sie waren zur Blüte des Römischen Reiches zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 2. Jh. n. Chr. ein ständiger Feind im Osten. Nach der verlorenen Schlacht von Carrhae verschleppten die Parther tausende Römer als Sklaven nach Osten.

Von Ashgabad, „Liebesort“, sind es nur wenige Minuten zum „Persepolis“ der Parther, der Königsstadt der persischen Arsakidendynastie …

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Wir werden fachkundig geführt. Hier der „runde Saal.“ Er war vielleicht eine Kopie des Pantheon in Rom …

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Die Säulenhalle war der Apadana von Persepolis nachgebildet. Leider bauten die Parther mit vergänglichem Lehm statt mit Stein …

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Über Mittag Entspannung in einem stilvollen Restaurant in einem murmelnden Bach …

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Nach einer Brotzeit mit grünem Tee pflegen wir erst einmal der Ruhe, bevor wir zurück fahren in die Hauptstadt Turkmenistans, wo ein Kleinbus für die Stadtrundfahrt auf uns wartet. Unsere Reiseleiterin Maia erklärt uns die zahlreichen Prunk- und Prachtbauten. Hier nur zwei Beispiele, das raketenartige Neutralitätsdenkmal …

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Und das Stupa-artige Unabhängigkeitsdenkmal zum Ruhme der turkmenischen Nation und Geschichte …

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Abendessen in der Stadt. Rahi und Detlef aber hüten das Hotelbett bei Tee und trocken Brot. Den Magen hat es erwischt …